Chronik

Alles begann vor über 180 Jahren. Wie sich dieses Kind seit dem Jahr 1822 entwickelt hat, können Sie hier nachlesen.


Vor der Gründung der Kapelle

Gründung bis Jahrhundertwende

Jahrhundertwende zum 1. Weltkrieg

Zeit vom 1. zum 2. Weltkrieg

Vom 2. Weltkrieg bis zum Beginn der Ära Ernst Neuner

Die Ära Ernst Neuner (1952-1990)

Der Musikverein unter Herbert Lackner

Der Musikverein unter Hans Tschugg

Der Musikverein heute


Vor der Gründung der Kapelle

Das erste Mal werden in Zirl Blasmusikanten im Jahre 1778 erwähnt. In der Stiftungsurkunde zum 40-stündigen Gebet heißt es: “Bey bemeldetem Hochamt aber alle Drey Täg mehrmal 26 Körzen angezunden und selliges immer möglich mit einer feierlichen Musik, mit trompeten und pauggen, geigen etc. beherrlicht werden soll.” In der damals betriebenen Hausmusik, wobei hauptsächlich Zither, Streichzither, Raffele, Gitarre, Klarinette, Oboe, Geige, Streichbass und verschiedene Blechblasinstrumente Verwendung fanden, wurden besonders religiöse Weisen, Lieder und Tänze gespielt. Sie wurden vor der Hausbank, beim abendlichen “Hoangert” und beim Kentlfeuer eifrig geübt. Bis zur Gründung einer organisierten Musikkapelle brachten “Wilde Musikanten” (ohne Ausbildung und ohne Notenmaterial) bei den verschiedensten Gelegenheiten ihre Stücke zu Gehör.


In der Zeit von der Gründung bis zur Jahrhundertwende

1872 Im Jahre 1822 kam es dann laut einhelliger Überlieferung unter Josef Reinhart zur Gründung einer organisierten “Musigbande”. Noch im selben Jahr wurde auch schon eine einheitliche Uniform angeschafft. 1838 nahm die MK Zirl an der Erbhuldigung (beim Umzug in Innsbruck) am 12. August teil. 1840 übernahm Lehrer Johann Rangger die Kapelle und führte sie bis 1860. Aus den “Innsbrucker Tagebüchern” des Johann Lang geht hervor, dass die Musikkapelle Zirl bei diversen Veranstaltungen anlässlich der Kaiserbesuche im Jahr 1848 teilgenommen hat. Weiters berichtet Frühmesser Alois Moriggl, dass bei der Besichtigung des Kirchenneubaues die Musikkapelle die Volkshymne intonierte. Laut eigener Überlieferung der MK Zirl nahm sie auch bei den Feierlichkeiten anlässlich der 500-Jahrfeier der Vereinigung Tirols mit Österreich in Anwesenheit von Kaiser Franz Josef I. in Innsbruck teil. Ebenso trat die Zirler Musik beim 2. österreichischen Bundesschießen in Innsbruck am 7. August 1885 im Beisein des Kaisers auf. 1860 übernahm Franz A. Rangger, der Sohn von J. Rangger, auch Lehrer, die Leitung der Musikkapelle. Er führte sie unter damals schwierigen Zeitumständen (Krise der 1870er Jahre) bis zum Jahre 1904. Unter seiner Leitung erreichte die Kapelle die Spielstärke von 18 Mann. 1881 besuchte Kaiser Franz Josef auf der Durchreise nach München Zirl. Selbstverständlich rückte zu diesem Ereignis die Musikkapelle aus und intonierte die Kaiserhymne. Ebenso trat sie auch bei der Eröffnung der gesamten Arlbergbahnstrecke im Beisein des Kaisers auf. Dies war im Jahre 1884, am 20. September. Am 13. Juli 1888 konzertierte die Zirler Musik in der neu geschaffenen Nationaltracht im Lodron’schen Hof in Pradl unter Kpm. Rangger. 1893 spielte die MK Zirl auf dem Berg Isel zur Enthüllung des Andreas-Hofer-Denkmales in Anwesenheit des Kaisers. Anlässlich des 50-jährigen Regierungsjubiläums Kaiser Franz Josefs, heißt es in einem Artikel, dass die Musikkapelle in aller Frühe durch den Ort gezogen sei; nach der Frühmesse erwarteten Musik und Schützen die Ankunft hoher Gäste aus Innsbruck. Am Kalvarienberg wurde dann die Deutsche Messe von Michael Haydn gespielt, auch die Volkshymne wurde intoniert. Zu Mittag wurde “Tafelmusik” gespielt, welche sehr gelobt wurde, und am Abend wurden im Postgarten “schneidige Märsche” zu Gehör gebracht.


Von der Jahrhundertwende zum 1. Weltkrieg

Ab 1900 ging man zur Verwendung der moderneren Ventilblechblasinstrumente über, mit denen ein leichteres und besseres Musizieren möglich ist. Im Jahre 1904 übernahm der Sohn von Franz Albert Rangger, Ignaz Rangger, ebenfalls Lehrer, die Leitung der Musik. Ignaz Rangger, 1883 in Zirl geboren, Schüler des in Zirl lebenden Musikprofessors Felix Wenzel Skop, war ein sehr begabter Musiker. Er brachte die Musikkapelle auf eine beachtliche Stärke. 1906 fand in Zirl ein Schießstandsjubiläum mit Weihe einer Fahne statt. Dabei trat auch die Musikkapelle auf und spielte bei einer Feldmesse auf dem Kalvarienberg die Messe von M. Haydn. Im Jahre 1908 brannte am 21. Juni fast ganz Zirl nieder. Dabei gingen ein Großteil der Trachten und viele Instrumente zugrunde. Diese schweren Verluste mussten durch Sammelaktionen ersetzt werden. 1909 wurde die 100-Jahrfeier zum Angedenken des Aufstandes im Jahre 1809 in Anwesenheit des Kaisers gefeiert. Beim Festzug in Innsbruck wirkte auch die Musikkapelle Zirl unter Ignaz Rangger mit.


Vom 1. zum 2. Weltkrieg

Bis zum Beginn des 1. Weltkrieges hatte die Kapelle eine beträchtliche Spielstärke erreicht, schrumpfte bis Kriegsende auf 16 Mann zusammen. Man musste mühsam Jungmusikanten als Ersatz heranbilden. Am 5. Juni 1922 feierte man das 100-jährige Bestehen der MK Zirl. Ob ihres guten Rufes konnte die Kapelle anlässlich der Wiedersehensfeier des Bayrischen Leibregimentes 1923 in München im Kindlkeller konzertieren. Dies sei als Beweis für die Leistungsfähigkeit der Kapelle angeführt. Seit geraumer Zeit mangelte es der Musikkapelle, deren Mitgliederzahl ständig im Steigen war, an einem Proberaum. 1926 konnte der Wunsch nach einem eigenen Heim erfüllt werden und der Musikverein erbaute in Eigenregie das Musikhaus in der Schulgasse. Aus diesem Grund war die Erstellung von Vereinsstatuten unbedingt erforderlich. Diese wurden vom damaligen Ausschuss (Ignaz Rangger, Sebastian Lechleitner, Anton Plattner) ausgearbeitet. In der Zeit vor dem 2. Weltkrieg stand es schlecht um die Finanzen der Musik. Da war es ein großer organisatorischer Erfolg, dass die Musikkapelle Zirl bei den traditionellen Alpenvereinsbällen als Unterhaltungs- und Tanzkapelle fungieren durfte. Diese Veranstaltungen waren eine gute Einnahmsquelle und willkommene Aufbesserung der Musikkasse in den Jahren 1923-28. Infolge Zwistigkeiten zwischen Alpenverein und Gemeinde wurde die Zirler Musik ab 1928 nicht mehr zum Ball hinzugezogen. Bereits einige Jahre vor der Übergabe der Musik an Hans Sailer musste Ignaz Rangger ein Jahr krankheitshalber pausieren. Interimsmäßig hatte Bahnmeister Franz Josef Wander, der 12 Jahre der k.k. Regimentsmusik angehört hatte, die Leitung 1926 inne. 1928 übernahm Hans Sailer, ein vorzüglicher Klarinettist, die Leitung der Musik. Er war ein Schüler von Prof. Skop gewesen und hatte bei der Militärmusik der 1. Republik gedient. Sailer brachte vielen jungen Musikern Notenkenntnisse sowie das Blasen eines Instrumentes bei. Unter seiner Leitung herrschte eine musikalische Blüte in Zirl. Besonderen Wert legte Sailer auf die Pflege der Kirchenmusik. Im Jahre 1932 wurde Sailer als Postbeamter nach Seefeld versetzt. Von dort aus war die Leitung der Musikkapelle nur unter großen Schwierigkeiten möglich. Sailer gab die Kapellmeisterstelle 1938 an Josef Neuner ab. Er selbst blieb bis in die 70er Jahre der Zirler Musik als Klarinettist treu und kam sommers und winters, oft zu Fuß, zu Proben und Ausrückungen von Seefeld nach Zirl herunter. In den 30er Jahren hatte die Musik nicht nur mit materiellen Sorgen zu kämpfen, sondern auch politische Probleme gestalteten die Führung des Vereines schwierig. Als die Kapelle bei einer politischen Veranstaltung in Innsbruck wegen Geldmangels nicht teilnehmen konnte, wollte man ihr in einem gehässigen Zeitungsartikel den Namen “Bürgermusikkapelle” auf alle Zeiten absprechen. Nur dem eisernen Zusammenhalt der Musikanten ist es zu verdanken, dass die Kapelle damals nicht auseinanderfiel. Ab 1938 also leitete Josef Neuner die Musikkapelle, auch er war ein Schüler Prof. Skops gewesen und hatte einige Jahre bei der Innsbrucker Militärmusik gedient. Die Zirler Musik war nun auf 35 Mann angewachsen. Die Winterhilfswerkkonzerte waren ein Beweis für das gute Schaffen des Kapellmeisters mit seinen Musikern.


Vom 2. Weltkrieg bis zum Beginn der Ära Ernst Neuner

1939 brach der 2. Weltkrieg aus; viele Musikanten fielen oder gelten als vermisst. Als Josef Neuner selbst einrücken musste, übernahm der schon genannte Anton Plattner zwischen 1942 und 1945 die Kapelle. Anlässlich der großen Südtirol-Kundgebung in Innsbruck 1945 war die Zirler Musik eine der Kapellen, die fähig waren, Marschmusik zu bestreiten (14 Mann). In diesen Kriegsjahren bestand die Musikkapelle aus alten Musikanten und Kindern, z.B. 1941/42 kam Ernst Neuner als Zehnjähriger zur Musik. Als in den Nachkriegsjahren die Musikanten allmählich in die Heimat zurückkehrten, begann für Kapellmeister Josef Neuner, selbst schwer verletzt, eine harte Wiederaufbauphase. Große Schwierigkeiten bereitete die Heranbildung von Holzbläsern, denn von den 7 Klarinettisten waren nur mehr 3 heimgekehrt; junge Leute mussten erst ausgebildet werden. Trotzdem wagte sich die MK Zirl am 24. August 1947 an ein “Live”-Radiokonzert heran, das ein großer Erfolg wurde. Am 11. Juni 1949 verunglückte Kpm. Josef Neuner mit seinem Auto tödlich. Nun übernahm sein Bruder Karl Neuner, Postbeamter, die Kapellmeisterstelle. Er war ebenfalls Schüler von Prof. Skop gewesen. Außerdem war er erster Soloflügelhornist der Postmusik in Innsbruck. Unter seiner Leitung wurden sämtliche Trachtenjoppen neu angeschafft. Auch die große Konzertreise in das Rheinland (Velbert, Essen, Wuppertal, Bad Ems) wurde unter seiner Kapellmeistertätigkeit unternommen. Besonders bemühte sich Karl Neuner um die Theatermusik und das Bläserquartett.


Die Ära Ernst Neuner (1952-1990)

1952 übernahm der jüngere Bruder von Karl Neuner, Ernst Neuner, die Leitung der Musikkapelle. Ernst Neuner, Gemeindebeamter, hatte das Klavierspiel bei Frau Prof. Elsa Plattner erlernt, was ihm jetzt besonders zugute kam (Partiturlesen!). Außerdem war er, trotz seines jugendlichen Alters von 21 Jahren, Substitut beim städtischen Orchester in Innsbruck als Waldhornist. In Eigenstudium hatte er sich Kenntnisse auf den Gebieten der Harmonielehre und des Dirigierens angeeignet. Als damals jüngster Musikant der Kapelle übernahm er deren Leitung. Seine erste große Aufgabe war die Umstimmung sämtlicher Instrumente von der alten, hohen Militärstimmung auf Normalstimmung sowie, aus Stimmungsgründen, die Vereinheitlichung der Holzblasinstrumente. Mit der Unterstützung von Obmann Johann Plattner, Kassier Franz Gspan sowie Geschäftsführer Alois Wett konnte dieses Vorhaben durchgezogen werden. Durch das Musizieren mit den neuen Instrumenten kam ein neuer Geist in die Kapelle. Ein besonderes Anliegen der Musikkapelle war es seit langem, einen geeigneten Platz für die sommerlichen Konzerte zu finden. Nach jahrelangem Herumziehen konnte 1961 der neu errichtete Musikpavillon mit Probelokal im Keller bezogen werden. Durch Neuners unermüdliche Tätigkeit als Ausbildner neuer Musikanten stieg die Spielstärke auf über 40 Mann an. Bei Wertungsspielen 1960/61 konnten “Ausgezeichnete Erfolge” errungen werden. Ebenso beim Landesmusikfest 1967 in Innsbruck, wo sich die Musik einer internationalen Jury stellte und Auszeichnungen mit nach Hause bringen konnte. Die Leistungen von Kpm. Ernst Neuner und seiner inzwischen 50 Mann starken Musikkapelle wurden auch von den Nachbarkapellen anerkannt, sodass er 1967 zum Bezirkskapellmeister des Musikbezirkes Telfs erwählt wurde. Auch einige Konzertreisen nach Deutschland wurden unternommen. 1966 folgte als Obmann Franz Heiß auf Alois Wett. Heiß, Hauptschullehrer, entfaltete eine rege Tätigkeit. Im Jahre 1970 gründete er in Zirl eine Musikschule, zunächst als Zweigstelle von Telfs, bald darauf als vereinseigene Musikschule. Dort wurden die Jungmusiker von qualifizierten Lehrkräften (Mitgliedern des Innsbrucker Symphonierorchesters) unterrichtet, was sich zwangsläufig auf das musikalische Niveau positiv auswirkte. Franz Heiß übernahm 1970 auch die Funktion des Bezirksjugendreferenten. Durch die unermüdliche Aufbauarbeit und Schaffenskraft des 1976 zum Ehrenkapellmeister ernannten Ernst Neuner wurde die Leistungsfähigkeit des Musikvereins Zirl auf ein beträchtlich hohes Niveau gehoben. Der Instrumentenpark konnte auf modernsten Stand gebracht werden, etwa wurden Pedal-Maschinenpauken, Xylophon, die Mangelinstrumente Oboe und Fagott angeschafft; das Saxophonregister wurde erneuert und erweitert. Auch die übrigen Blechinstrumente wurden bei der Zirler Instrumentenfirma O.M. Förg generalüberholt, lackiert oder neu angeschafft. Diese Anschaffungen waren durch großzügige Unterstützungen durch Gemeinde und private Spender möglich. In den 70er Jahren hielt auch das weibliche Geschlecht Einzug im Musikverein und bildet heute einen nicht unbeträchtlichen Teil der Kapelle (dzt. 16 Musikantinnen). Den Höhepunkt des musikalischen Aufwärtstrends fand der Musikverein Zirl in der Teilnahme beim internationalen “Wereld Muziek Concours” (=Musikolympiade) in Kerkrade/Holland im Jahre 1981. Dort konnten in der Konzertbewertung mit dem Pflichtstück Ouvertüre “Nordlandfahrt” von Hubert Motay und der “Fantasie über die Appenzeller Volksweise” von Paul Huber eine Silbermedaille, in der Marschbewertung mit den Märschen “Schönfeld” und “Erzherzog Karl” eine Bronzemedaille errungen werden. In den Jahren ab 1981 bildeten sich innerhalb der Musik kleinere Interessensgruppen für spezielle Musiksparten, wie etwa die Egerländergruppe, ein Kammermusikkreis, Kirchenmusik u.ä. 1982 wurde vom Musikverein eine neue graue Montur angeschafft, in der man 1984, im Markterhebungsjahr, erstmalig ausrückte. Durch das starke Anwachsen der Musikkapelle in den letzten 15 Jahren wurde das 1960 errichtete Probelokal zu klein, sodass 1983 ein Erweiterungsbau unumgänglich wurde. 1984 hatte der Musikverein viele Ausrückungen im Zusammenhang mit den Markterhebungsfeierlichkeiten. Beim Bezirkswertungsspiel in Mieming im selben Jahr konnte mit der Suite “Ländliche Musik” von Kurt Rehfeld ein “Ausgezeichneter Erfolg” verbucht werden. 1984 erfolgten auch zwei Auslandsreisen: im April war eine Fahrt nach Passau zur Maidult auf dem Programm, und im September reiste die Musik als offizieller Vertreter Österreichs bzw. Tirols nach Brüssel/Belgien zur Prinzenhochzeit von Astrid v. Belgien mit Lorenz v. Habsburg . 1984 wurde im Herbst ein zum Teil neuer Vorstand gewählt: Franz Heiß wurde zum Ehrenobmann ernannt, neuer Obmann wurde Ing. Johann Riedl. Ing. Johann Riedl ist im Jahre 1956 in die Musikkapelle eingetreten. Im Laufe seiner aktiven Mitgliedschaft war Ing. Johann Riedl bereits im Vereinsvorstand in verschiedenen Funktionen tätig: Obmann- und Schriftführerstellvertreter, sowie Beirat. Er war auch in den Jahren 1974 bis 1977 Obmann der Oberinntaler Jugendkapelle. Eines seiner größten Anliegen war es immer, Gönner und Freunde für die Musik zu finden, die uns bei Instrumentenkäufen unterstützten bzw. beim Kauf diverser Instrumente behilflich waren. 1986 hatte der Musikverein Zirl – ob seines guten Rufes – die ehrenvolle Aufgabe, die Generalversammlung des Landesverbandes der Tiroler Blasmusikkapellen musikalisch zu umrahmen. Auch eine ORF-Aufnahme wurde im April 1986 produziert. 1987 nahm der Musikverein wiederum beim Bezirkswertungsspiel teil und erhielt mit den Stücken “Viennensia” von Eugen Brixel und “The Highlands” von Kees Vlak einen “Ausgezeichneten Erfolg”. Wie schon früher spielte der Musikverein Zirl auf Einladung des Fremdenverkehrsverbandes Seefeld seit 1986 immer wieder dort Platzkonzerte. Außerdem wurden 1988 zwei Reisen außerhalb der Grenzen Tirols unternommen: Die eine führte am 15. Mai zum 5. Jahrestag der Wiedergründung der dortigen Schützenkompanie “Nikolaus Firmian” nach Mezzocorona (ehemals Kronmetz), die zweite zum 9. österreichischen Blasmusikfest am 10./11. Juni nach Wien. Zwischen dem 8. und 10. Juli 1988 hatte der Musikverein Zirl das Bezirksmusikfest des Blasmusikverbandes Telfs durchzuführen. Beim 6. Landestrachtentreffen am 21.8.1988 in Innsbruck gestaltete der Musikverein Zirl auf Ersuchen des Landesverbandes der Tiroler Blasmusikkapellen den Festgottesdienst und führte den großen Festumzug an. Im Jahre 1989 sind ebenfalls zwei große Reisen zu erwähnen: Zum einen war dies die zweite Fahrt zur traditionellen Maidult nach Passau am 29./30. April und zum anderen die Reise nach Gremmelsbach/Schwarzwald anlässlich des 75-jährigen Bestandsjubiläums der dortigen Musikkapelle am 11./12. August. Bei der Jahreshauptversammlung 1989 legte Kapellmeister Ernst Neuner sein Amt zurück, leitete jedoch noch im darauffolgenden Jahr die kirchlichen Anlässe sowie einen Teil des Cäcilienkonzertes, bei dem auch die offizielle Taktstockübergabe an seinen Nachfolger Herbert Lackner erfolgte. Ernst Neuner wurde für seine Verdienste mit dem Ehrenring des Landesverbandes der Tiroler Blasmusikkapellen ausgezeichnet. Er war durch 50 Jahre Mitglied des Musikvereines, davon 40 Jahre als Kapellmeister.Weiters erhielt er das Ehrenzeichen des Bezirksmusikverbandes sowie 1992 das Verdienstkreuz des Landes Tirols.


Der Musikverein unter Herbert Lackner

Der neue Kapellmeister Herbert Lackner ist seit 1972 Mitglied des Musikvereins Zirl als Klarinettist, Saxophonist und Fagottist. Er absolvierte den viersemestrigen Kapellmeisterkurs 1985 – 1987. Seit 1993 ist er auch Leiter der Musikschule Zirl. Bereits im Sommer 1990 erreichte der Musikverein unter der Leitung des neuen Kapellmeisters Herbert Lackner beim Konzert-Wertungsspiel in der Leistungsstufe C mit den Stücken “Revolutionsmarsch” von Joh. Strauß, “Marsch der Astronauten” von Hert und “Transatlantic-Rhapsodie” von E. Brixel einen “Ausgezeichneten Erfolg”. 1992 wurde anlässlich des 170-jährigen Bestandes des Vereins ein Kirchenkonzert gestaltet. Weiters wurde die Feier anlässlich der Restaurierung der Kalvarienbergkirche festlich umrahmt, sowie eine Konzertreise nach Gossensaß veranstaltet. Seit 1992 finden die jährlichen Cäcilienkonzerte im Turnsaal der Volksschule Zirl statt. Im Jahr 1993 wurde die Musikkapelle bereits zum dritten Mal zur Maidult nach Passau eingeladen. Beim Konzert-Wertungsspiel des Musikbezirks Telfs am 27.06.93 wurde mit den Stücken “Mephisto’s Höllenrufe” von Johann Strauß und “Welt der Berge” von Sepp Tanzer, ein “Sehr guter Erfolg” erzielt. Weiters wurde der Musikverein zur Mitwirkung bei der Verabschiedung von Landeshauptmann Alois Partl eingeladen. 1994 folgte als Obmann Reinhold Deutschmann auf Ing. Johann Riedl. 1994 wurde für eine CD-Produktion des Musikbezirks Telfs die Ouvertüre “Pertusia” von Mariano Bartolucci im ORF-Landesstudio Tirol aufgenommen. Im selben Jahr feierte Zirl die 10-jährige Markterhebung, wobei die Musikkapelle bei den Festlichkeiten mitwirkte. Im April 1995 wurde die Musikkapelle nach Diepenveen in Holland zur dortigen Wirtschaftsschau eingeladen, bei der 3 Konzerte und mehrere Marschauftritte zu absolvieren waren. Die Einweihungsfeierlichkeiten der Musikschule und des Kindergartens, des Rettungsheimes sowie 1996 der Kunsteisbahn und des Feuerwehrhauses wurden ebenfalls musikalisch umrahmt.


Neuer Kapellmeister Hans Tschugg

Im März 1996 löste Hans Tschugg Herbert Lackner als Kapellmeister ab. Hans Tschugg begann seine berufsmusikalische Tätigkeit 1979 mit der Reifeprüfung für Posaune am Konservatorium in Innsbruck. 1987 schloss er den 4-semestrigen Kapellmeisterkurs ab und 1995 legte er die staatliche Lehrbefähigungsprüfung ab. Hans Tschugg ist hauptberuflich Leiter der Musikschule in Seefeld. Er ist seit 17 Jahren Kapellmeister in Seefeld und war auch 16 Jahre zuständiger Bezirkskapellmeister. 1996 führte uns auch eine Reise nach Wernau bei Stuttgart. Eine alte Freundschaft mit der Musikkapelle Wernau wurde durch einen Besuch zu deren 75-jährigen Bestandsjubiläum wieder aufgefrischt. Bei den Neuwahlen des Vereinsvorstandes im Herbst 1996 folgte Wernfried Holomek als Obmann Reinhold Deutschmann nach. 1997 stand im Zeichen des 175-jährigen Bestandsjubiläums. Die Feierlichkeiten wurden am Pfingstmontag in der Pfarrkirche Zirl mit einem Kirchenkonzert eröffnet. Das Fest fand vom 4. – 7. Juli am Pavillongelände statt. Der Musikausflug führte in den Bregenzer Wald. Erstmalig wurde eine Probe am Samstag Nachmittag abgehalten. Das Jahr 1998 begann für alle Musikanten am Faschingsdienstag mit einem Schock. Während des Faschingsballes im Pfarrheim war das Probelokal ausgebrannt und großteils zerstört worden. Der Grund war vermutlich ein defekter Lüftungsmotor. Während der Renovierungsarbeiten wurden die Proben im Pfarrsaal und im Saal des Gasthof Löwen abgehalten. Trotzdem wurde beim Wertungsspiel in Waidring mit 94 Punkten ein ausgezeichneter Erfolg erreicht. Kurz vor Weihnachten verstarb Ehrenobmann Hans Riedl im 61. Lebensjahr. 1999 wurde die 1200-Jahr-Feier der Marktgemeinde Zirl musikalisch umrahmt. Ein besonderer Erfolg war die Aufführung des „Großen Österreichischen Zapfenstreiches“ zusammen mit der Schützenkompanie Zirl. Der Musikausflug in die Arena nach Verona blieb nicht in bester Erinnerung, da aufgrund einiger Regentropfen „Carmen“ abgebrochen wurde. Bei der Vereinswahl erklärte sich der alte Vorstand bereit, die Funktionsperiode um ein Jahr zu verlängern, da für das nächstjährige Bezirksmusikfest bereits viele Vorbereitungen getroffen und Verträge unterschrieben waren. Beim Wertungsspiel im Jahr 2000 in Oberhofen wurden mit den Stücken „Rhapsodie Francaise“ und „Oberto“ 91 Punkte erreicht. Im Juli fand das Bezirksmusikfest des Musikbezirkes Telfs in Zirl statt. Bei den Neuwahlen wurde Wernfried Holomek als Obmann bestätigt. Kapellmeister Hans Tschugg legte aus beruflicher Überlastung seine Tätigkeit zurück.


Der Musikverein heute

Mit Beginn des Jahres 2001 übernimmt Albert Schwarzmann die musikalische Leitung der Kapelle. Er studierte Horn am Tiroler Landeskonservatorium und schloss mit staatlichem Lehr- sowie Konzertdiplom ab. Anschließend absolvierte er die Studienrichtung Orchesterdirigieren bei Prof. Edgar Seipenbusch am Tiroler Landeskonservatorium und schloss im Juni 2002 dieses Studium mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Weiters absolvierte er einen Meisterkurs bei Prof. Dr. Gustav Kuhn. Ab 2003 dirigiert er auch das “Symphonische Blasorchester der Landesmusikschule Zillertal”. Albert Schwarzmann ist weiters als Arrangeur sehr erfolgreich, so arrangiert er beispielsweise für die Bläserphilharmonie der Universität Mozarteum in Salzburg Werke von Werner Pirchner oder der Strauß-Familie, um nur einige zu nennen. Durch die CD-Einspielung der Stadtmusikkapelle Wilten-Innsbruck (http://www.wiltener.at) hat der von ihm komponierte Konzertmarsch “Pegasus” (TSS-Musikverlag, http://www.tssmusic.com) inzwischen beachtliche Anerkennung und Bekanntheit erreicht. Er unterrichtet Horn an mehreren Landesmusikschulen und spielt als Hornist in verschiedenen Ensembles. In Ladis war er 4 Jahre als Kapellmeister und mehr als 12 Jahre als Chorleiter und Organist tätig.